Anwendungen der Wirkungsmatrix

Wirkung in der Praxis.

Die BürgerInnendialoge des KIT bilden zentrale Fälle, an denen PaFo die Wirkungsmatrix anwendet. Sie zeigen, wie Wissenschaft und Gesellschaft miteinander in Austausch treten und welche Formen von Wirkung tatsächlich beobachtbar sind. PaFo untersucht diese Fälle empirisch, um nachzuzeichnen, welche Veränderungen Beteiligung auslösen kann – in Fragestellungen, Perspektiven oder organisationalen Prozessen. Die Anwendungen verdeutlichen, wie komplex Wirkungsprozesse sind – und wie die Wirkungsmatrix Veränderungen auf verschiedenen Ebenen sichtbar macht.

Kontext der Anwendungen

BürgerInnendialoge sind keine Garantie für Wirkung.

Sie schaffen Situationen, in denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und neue Fragen möglich werden.

PaFo untersucht kritisch, wie solche Prozesse verlaufen und welche Wirkungen sich auf Ebene der Teilnehmenden, der Forschenden und innerhalb des KIT nachweisen lassen

  • Wo entstehen epistemische Impulse
  • Wo verschieben sich Rahmungen
  • Wo entstehen soziale Verbindungen – oder bleiben aus
  • Welche Spannungen oder Widersprüche auftreten

Die Anwendungen zeigen reale Entwicklungen – produktive, ambivalente und auch wirkungsarme. Dadurch wird sichtbar, warum eine analytische – nicht normative – Betrachtung von Beteiligung notwendig ist.

 

Zwischen Anspruch und Praxis: Wirkung muss geprüft werden.

BürgerInnendialoge als Anwendungsfälle

Die Wirkungsmatrix wird an mehreren BürgerInnendialogen des KIT angewendet. Die folgenden Beispiele zeigen, welche Themen im Mittelpunkt standen, wer beteiligt war und wie PaFo diese Dialoge als Forschungsfälle nutzt.

Turbulenzen global, mitgestalten lokal

Bürger:innendialog 2025

Im Rahmen der KIT Science Week 2025 diskutierten Bürgerinnen und Bürger, Forschende und Vertreterinnen der Stadt Karlsruhe, wie die Stadt in Zeiten von Klimawandel, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel lebenswert bleiben kann – und welche Rolle das KIT dabei spielen könnte. Neu waren vorbereitende Veranstaltungen zu Hitzeschutz, Mobilität und Ernährung, deren Ergebnisse in den Hauptdialog einflossen.

PaFo nutzt diesen Dialog, um mit der Wirkungsmatrix zu analysieren, welche Impulse Beteiligung auslöst – und wo Grenzen sichtbar bleiben.

Klimaschutz, der sich lohnt?

Bürger:innendialog 2023

2023 diskutierten über 30 Teilnehmende mit Forschenden, welche Anreize Menschen überzeugen könnten, klimafreundlicher zu handeln – etwa beim Reisen, Heizen oder der Nutzung erneuerbarer Technologien. In Tischformaten wurden Hürden, Anreize und mögliche Forschungsthemen für das KIT gesammelt, von Reallaboren bis hin zu digitalen Stadtmodellen.

PaFo untersucht mit der Wirkungsmatrix, welche Veränderungen sich auf den Wirkungsebenen zeigen – und wo Beteiligung ohne erkennbare Folgen bleibt.

Erwartungen an Wissenschaft in Krisenzeiten

Bürger:innendialog 2022

Der BürgerInnendialog 2022 thematisierte die Rolle der Wissenschaft in Krisen wie Klima-, Corona- und Energiekrise. Diskutiert wurde, welche Erwartungen Bürgerinnen und Bürger an Forschende richten, wie Vertrauen entsteht oder fragil wird und welche Spannungen sich zeigen.

PaFo nutzt diese Anwendung, um zu analysieren, wie solche Erwartungen und Irritationen die Wahrnehmung von Forschung prägen – und ob sie in wissenschaftliche Fragestellungen oder organisatorische Prozesse zurückwirken.

Übergreifende Erkenntnisse

Die Analyse zeigt wiederkehrende Muster:

  • Die Dialoge erreichen häufig eher homogene, akademisch geprägte Gruppen
  • Diskussionen sind engagiert, aber weniger vielfältig als erhofft
  • Inklusivere Ansprache und breitere Öffentlichkeitsarbeit wären nötig, um neue Zielgruppen einzubeziehen

Gleichzeitig wird sichtbar, welche Faktoren einen gleichberechtigten Austausch fördern – etwa diskussionsorientierte Settings, klar vermittelte Inhalte und eine starke Moderation.

Die Einbindung der KIT-Leitung wird als Zeichen der Wertschätzung wahrgenommen, kann aber auch Erwartungen erzeugen, die nicht automatisch eingelöst werden.

Lessons Learned

Diese drei Perspektiven folgen der Logik der Wirkungsmatrix und zeigen, dass Beteiligung auf unterschiedlichen Ebenen wirkt und sich häufig erst im Verlauf entfaltet.

Was sichtbar wurde
Neue Themen, Perspektiven und Fragen.

Was sich verändert hat
Anpassungen in Prozessen, neue Kooperationen, Verschiebungen von Problemdefinitionen – sofern empirisch nachvollziehbar.

Was offen bleibt oder folgenlos blieb

Keine identifizierbare Wirkung, widersprüchliche Effekte, Spannungen oder unklare Entwicklungen.

Analytische Tiefe

Die Anwendungen zeigen, wie Wirkungsprozesse auf verschiedenen Ebenen entstehen – bei Teilnehmenden, Forschenden und im KIT selbst – und dass sich diese Entwicklungen oft erst über Zeit entfalten.

Sie zeigen, wie Beteiligung Forschungsagenden irritieren, erweitern oder legitimieren kann – und wo Wirkungen ausbleiben. PaFo nutzt diese Fälle, um anhand der Wirkungsdimensionen nachzuvollziehen, wie Beteiligung Teilnehmende, Forschende und das KIT beeinflusst.

Gesellschaftlicher Input wird hier strategisch nachvollziehbar.

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